„[…] dieses Phänomen der Qur'anischen Rezitation bedeutet, dass der Text in einer ungebrochenen lebendigen Sequenz der Frömmigkeit die Jahrhunderte durchquert hat. Deshalb kann er weder wie ein antiquarisches Ding behandelt werden, noch aus weit entfernter Vergangenheit wie ein historisches Dokument. Die Tatsache des Hifz machte aus dem Qur'an einen gegenwärtigen Besitz durch den gesamten Verlauf der muslimischen Zeit hindurch und gab ihm eine menschliche Gültigkeit in jeder Generation, die niemals seine Verbannung zu einer bloßen Autorität allein zur Bezugnahme erlaubte.“ (Kenneth Cragg, The Mind of the Qur'an)
In der arabischen Kultur führte die Bedeutung von Genealogie und Poesie dazu, dass einige Individuen ihr Leben dem Auswendiglernen und Rezitieren epischer Gedichte und Stammesgenealogien widmeten.
Was bedeutet Hifz?
„Hifz“ bedeutet etwas beschützen/behüten, da das Auswendiggelernte im Gedächtnis behütet wird. Eine Person, welche den Qur'an auswendig gelernt hat, bekommt den Titel „Hafiz“ oder „Hafiz-e-Qur'an“. Diese Tradition begann bereits bei den Gefährten des Propheten Muhammad. In den Anfängen des Islam war es besonders wichtig, ein Hafiz zu sein, da die schriftliche Form des Qur'an lediglich ein Konsonantengerüst war und keinerlei diakritische Zeichen enthielt, die dem Leser zeigen, wie die Wörter ausgesprochen werden sollten.
Masruq überlieferte: „Abdullah bin Masud wurde vor Abdullah bin Amr erwähnt, welcher sagte: Das ist ein Mann, den ich immer noch liebe, denn ich hörte den Propheten sagen: „Lerne das Rezitieren des Qur'an von vier (Personen). Von Abdullah bin Masʼd – er begann mit ihm –, Salim, Muʿadh bin Jabal und Ubai bin Kaʿb.““ (Sahih Bukhari 3808)
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